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Wie funktioniert eigentlich ... Kaninchen im Heim?
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Nicht nur Gesprächsstoff bringen Kleintiere in ein Altenpflegeheim. Wer ein Kaninchen auf dem Arm streichelt, nimmt mehr am
Leben teil: Ein Modellprojekt aus Hildesheim
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Der Apfel sieht lecker aus. Leo entscheidet sich, die Bestechung anzunehmen. Wir dürfen in den Käfig, ohne dass er versucht,
abzuhauen. Leo hat eine Löwenmähne. Daher der Name. Das weibliche Zwergkaninchen heißt Molly. "Unsere Bewohner haben sie anfangs
ein bisschen zu gut gefüttert", sagt Heike Schofield vom Sozialen Dienst im Hildesheimer Elisabethheim. Doch Molly hat ganz
andere Sorgen. Letzte Woche kletterte sie nachts aus dem Verschlag, und ein unbekanntes Wildkaninchen erschien zum Rendezvous
im Garten. "Nicht schwanger", sagt die Tierärztin. Ein Ultraschall brachte Gewissheit. Drei Bewohnerinnen des Elisabethheims
sowie die sechsjährige Lotta von der Kindertagesstätte gleich um die Ecke begleiteten Molly zur Tierärztin. Die Eskorte zur
Tierärztin unterstreicht, dass beide Partner für das Wohlergehen der flauschigen Heimbewohner sorgen: Die Zwergkaninchen sind
ein gemeinsames Projekt von Altenpflegeheim und Kindertagesstätte. "Was machen eigentlich die Kaninchen?", fragen viele Bewohner
des Elisabethheims.
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Tiere Werden Tischgespräch
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Oder: "Heute fressen sie aber schlecht." Auch Mollys nächtliches Techtelmechtel fiel auf. "Gestern Abend war wieder das wilde
Kaninchen da", heißt es dann am Frühstückstisch. "Der arme Leo", murmelt ein männlicher Bewohner. Leo ist kastriert.
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Zwergkaninchen sind Naturtalente. "Nicht jedes Kaninchen will sich streicheln lassen", sagt Schofield. "Aber Molly und Leo
sind extrem kooperativ." So ziehen sie mit den Mitarbeitenden des Sozialen Dienstes über die Flure, von Zimmer zu Zimmer.
Die ersten Ausflüge im Stubenwagen, inzwischen handzahm. Frauen wie Männer nehmen Molly oder Leo gern auf den Arm.
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Der alte Herr Osthaus ist in letzter Zeit sehr still. Heike Schofield und Leo statten ihm einen Besuch ab. Wilhelm Osthaus
züchtete früher selbst Kaninchen. Er sei froh, dass er Leo nicht schlachten muss, bemerkt er munter. Und, nach einer Pause,
zu Leo: "Ach, jetzt sind wir beide hier." Zur Mitarbeiterin des Hauses sagt er: "Danke, dass Sie an mich gedacht haben."
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Füttern ist Angelegenheit der Hausgemeinschaft. Zwergkaninchen müssen jederzeit fressen. Bitte nicht zu viel Grün, wenig Kohl
oder Salat. Es gibt aber auch Zwergkaninchen, die essen einfach alles. Auch Speiseabfälle. "Die Kosten fürs Futter fallen
nicht ins Gewicht", sagt Schofield. Auch die Kinder der benachbarten Kindertagesstätte haben einen Schlüssel fürs Gehege.
Jede zweite Woche besuchen Kinder ausgewählte Gruppen des Elisabethheims. Mit und ohne Kaninchen. Dabei geht es um Bewegung,
und es macht den Alten Spaß. "Aber nicht allen", sagt Schofield. Nicht alle Senioren mögen Kinder.
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Streicheln ist Lebensqualität
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Zwergkaninchen erreichen höhere Zustimmungswerte als quirlige Kinder im Rudel. Alle 183 Bewohnerinnen und Bewohner mögen sie
&ndash und die Kinder natürlich auch. "Jetzt musste ich so alt werden, damit ich ein Tier streicheln kann", ruft Hannah Nolte
(88) begeistert. Schon als Kind habe sie sich ein Haustier gewünscht, mit ihren eigenen Kindern kam es irgendwie nie dazu.
Und jetzt Molly.
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In der Nachkriegszeit waren Kaninchen Nutztiere, die man wohl oder übel schlachten musste. Molly und Leo wird dieses Schicksal
erspart bleiben. "Streicheln heißt, seinen Körper wieder spüren", sagt Heike Schofield beim Abschied. "Ich höre ganz oft die
Formulierung: Wer streichelt mich denn noch?" Dabei kann es schon reichen, einer Bewohnerin oder einem Bewohner die Hand auf
die Schulter zu legen.
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Die Sorgen möchte Leo mal haben. Er hat viele Freundinnen und Freunde, Kinder und Alte, und alle mit Hautkontakt.
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HERIBERT SCHLENSOK
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Mehr Info zu Leo und Co
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Zwergkaninchen sind handzahm, die Mischung mit Wildkaninchen nicht. Die Tierarztkosten sind niedrig, eine Ausbildung wie für
Therapiehunde ist nicht erforderlich. www.st-elisabethheim.de, Tel. 05361/2060, Heike Schofield
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Im Hildesheimer Caritas Senioren- und Pflegeheim Teresienhof lebt Labrador Andy. Haushund Andy kam als Welpe ins Haus und
läuft tagsüber frei durch die Wohnbereiche. Des Nachts lebt er im Haushalt von zwei Mitarbeiterinnen. www.caritas-teresienhof.de
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