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| Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann |
Die Wahl ist entschieden, jetzt muss sich die neue Landesregierung darin beweisen, die Folgen der Wirtschaftskrise zu bewältigen.
Die werden für den einzelnen Bürger nach und nach spürbar. Leistungen werden abgebaut, Abgaben erhöht. Das bedeutet Gefahr vor allem für die, die schon bislang auf der Verliererseite standen. Es dürfen aber nicht wieder arme
und benachteiligte Menschen erneut die größten Opfer dieser Krise werden. Während die Finanzindustrie schon wieder ihre früheren
Renditeziele erreicht oder sogar übertrifft, steht die Finanzierung sozialer Leistungen auf der Kippe, wird über die Schließung
von Bädern diskutiert, rotten Schulgebäude weiter vor sich hin. Jetzt kann und muss die Landesregierung ein Zeichen setzen und Sozialpolitik zu einem Schwerpunkt ihres Handelns machen. Sie
muss darauf ausgerichtet werden, allen Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben weiterhin zu ermöglichen. Ein großes Problem sind dabei die sich verschärfenden Unterschiede in den Finanzen der Kommunen. Nicht nur bei den einzelnen
Bürger geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Die gleiche Entwicklung zeigt sich in den Städten
und Gemeinden. Während in der Landeshauptstadt keine Elternbeiträge für die Kindergärten gezahlt werden müssen, können viele
Kommunen nicht einmal mehr die notwendigsten Aufgaben im sozialen Bereich finanzieren. Immer unterschiedlicher werden deshalb die Lebensverhältnisse im Land, drohen über Jahre aufgebaute Strukturen an Hilfe wegzubrechen.
Eine besonders wichtige Aufgabe für die neue Landesregierung wird es deshalb sein, sich für einen überregionalen Ausgleich
einzusetzen.
Heinz-Josef Kessmann Diözesancaritasdirektor
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